100 vs. 1

Mit dem sogenannten Erwachen scheint das so eine Sache. Man stelle sich einen sehr großen runden Raum vor, besser noch eine Halle mit 101 Pforten. 100 davon repräsentieren das Menschsein und nur eine Einzige das Erwachen. Mal ehrlich, wenn wir unter 3, 4, oder 10 Dingen wählen müssten, fällt es uns schon schwer. Doch wenn uns 100 Pforten mit ihren “Verlockungen“ zurufen, wer will dem noch widerstehen? Die Pforten sind unter anderem Gefühle, Situationen, Formen, Farben, Maße, Gedanken, Einstellungen/Haltungen, Glaube, Zweifel, Liebe, Hass, Geben + Empfangen, und so vieles mehr. All dies, ja, auf all dies möchte Mensch nicht verzichten, gleichwohl ihm das Erwachen hier und da immer wieder durch den Geist schwirrt. Letztlich scheint es die Angst, all die 100 Pforten nicht mehr auskosten, ausprobieren und bewahren zu können in dem vermeintlichen Gedanken, keinen Genuss mehr zu empfinden und gleichsam stumpfsinnig sozusagen dahin zu dösen. Die einzig bedeutsame Frage lautet daher: Wie viel wäre Mensch bereit aufzugeben, um das EINE zu sein, bzw. zu erleben, wie genau DAS sich anfühlt, statt der bestandslosen Genüsse, Gefühle, Gedanken, etc.?

100 vs. 1 – kein leichtes Unterfangen bei solch scheinbarer Übermacht, oder?

©2017 Thomas Stern

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